Anker Soundcore Promises “150× More AI Power” with Its New Thus Chip

München, 22. April 2026 – Anker Innovations hat mit Thus™ eine eigene KI-Chip-Plattform vorgestellt, die künstliche Intelligenz direkt auf Endgeräte bringt – ohne den Umweg über die Cloud. Der Startschuss fällt im Audio-Bereich: Künftig sollen vor allem Kopfhörer und Earbuds von spürbar leistungsfähiger On-Device-KI profitieren. Perspektivisch plant Anker zudem, Thus™ auch in mobile Accessories und IoT-Produkte zu bringen. Ein klares Signal für die Bedeutung des Standorts: Der Thus™ KI-Chip wird innerhalb des globalen Fertigungsnetzwerks von Anker in Deutschland produziert.

Der Name Thus™ ist von der buddhistischen Formulierung „Thus have I heard“ („so habe ich gehört“) inspiriert – ein Ausdruck für die direkte, unverfälschte Weitergabe von Wissen. Genau diesen Anspruch will Anker auch technologisch abbilden: KI soll unmittelbar im Gerät arbeiten, schnell reagieren und effizient bleiben.

Warum ein neuer KI-Chip überhaupt nötig ist, erklärt Anker mit einem Grundproblem klassischer Chip-Architekturen. Seit rund 80 Jahren prägt das von John von Neumann etablierte Prinzip die Computerwelt: Speicher und Recheneinheit sind physisch getrennt, Daten und Instruktionen werden fortlaufend hin- und hergeschoben. Für viele klassische Programme ist das bewährt – bei neuronalen Netzen wird es jedoch zum Flaschenhals.

Denn moderne KI-Modelle funktionieren nicht wie eine Abfolge einzelner Rechenschritte, sondern greifen für jede Anfrage gleichzeitig auf sehr viele gelernte Parameter zu – oft Millionen oder sogar Milliarden. Genau dieses ständige Bewegen der Daten zwischen Speicher und Prozessor kostet Energie und Zeit. In Rechenzentren ist das bereits ein großer Aufwand. In einem kompakten Akku-Gerät wie einem Kopfhörer wird es zum Kernproblem: Laut Anker gehen dort über 90 Prozent der Chip-Energie allein für Datentransport drauf – nicht für die eigentliche KI-Rechenleistung.

Thus™ setzt an dieser Stelle an und verfolgt einen „Compute-in-Memory“-Ansatz, der sich an der Funktionsweise des menschlichen Gehirns orientiert: Speichern und Verarbeiten sollen am selben Ort stattfinden. Konkret integriert Thus™ Rechenleistung direkt in NOR-Flash-Speicherzellen (Floating-Gate-Transistoren). Dadurch müssen die Modellparameter nicht mehr ständig zwischen Speicher und Prozessor bewegt werden. Die Energie kann stärker in die Berechnung fließen, statt in den Transfer.

Zusätzlich nennt Anker einen weiteren Vorteil für kompakte Produkte: NOR-Flash-basiertes Compute-in-Memory benötigt demnach nur etwa ein Sechstel der physischen Fläche von SRAM-basierten Alternativen. Das ist besonders relevant für Produkte, in denen jeder Quadratmillimeter Silizium zählt – wie bei Earbuds.

Anker positioniert Thus™ außerdem als weltweit ersten CIM-KI-Audio-Chip, der neuronale Netze auf diesem Weg in ein extrem anspruchsvolles Gerätefeld bringt. Aus gutem Grund: Kopfhörer müssen mit wenigen Milliwatt Leistung auskommen, haben minimalen Platz für Chips und sollen Funktionen wie Noise Cancellation dauerhaft ausführen. Bisher bedeutete das in der Praxis oft: nur sehr kleine neuronale Netze mit wenigen hunderttausend Parametern – zu wenig, um komplexe Geräuschkulissen im Alltag zuverlässig zu bewältigen.

Mit Thus™ will Anker diese Grenzen deutlich verschieben. Der Chip unterstützt mehrere Millionen Parameter über verschiedene Workloads hinweg und soll bei der Umgebungsgeräuschunterdrückung bis zu 150-mal mehr AI-Computing-Power liefern als bisherige Highend-Kopfhörer der Marke soundcore.

Eine der ersten offiziell genannten Funktionen auf Basis von Thus™ heißt „Clear Calls“. Während herkömmliche Environmental Noise Cancellation (ENC) oft auf klassische Signalverarbeitung oder kleinere KI-Modelle setzt und in lauten Umgebungen wie Bars oder Flughäfen an Grenzen stößt, soll „Clear Calls“ ein großes neuronales Netz vollständig auf dem Gerät ausführen. Unterstützt wird das System durch acht MEMS-Mikrofone und zwei Knochenschallsensoren. Das Ziel: deutlich verständlichere Telefonate, selbst wenn es um einen herum laut und chaotisch ist.

Weitere KI-gestützte Funktionen will Anker am 21. Mai 2026 auf dem ANKER Day-Event in New York City vorstellen. Klar ist schon jetzt: Thus™ ist als langfristige Plattform angelegt, mit der lokale KI Schritt für Schritt in immer mehr Geräte der Anker-Produktwelt einziehen soll – für schneller reagierende Features, effizientere Hardware und KI, die direkt dort arbeitet, wo sie gebraucht wird: im Gerät selbst.